Dienstag, Dezember 12, 2017

History

Woher kommt das Cutting?cutting_bild01

Die Pferdesportliche Disziplin hat ihre Wurzeln im Ranchwork in Amerika. Um den heutigen Cuttingsport zu verstehen seien hier der Ursprung und der Werdegang dieser Disziplin im Westernsport etwas ausführlicher erklärt. 
Schon im römischen Reich wurden in den Arenen Wettkämpfe durchgeführt, wo sich Pferd, Reiter und Stiere gegenüberstanden. Doch nicht diese Spektakel führten dazu das die Pferde zu guten Athleten ausgebildet wurden, sondern viel mehr die tägliche Arbeit die von den iberischen, berittenen Kuhhirten vollbracht werden musste. Möglicherweise war der Ursprung tatsächlich in den Arenen, weil bei den Wettkämpfen nur schnelle, sehr wendige und robuste Pferde eine Chance auf Sieg oder gar auf Überleben hatten. Genau diese Grundzüge soll ein Cuttingpferd auch heute noch in sich vereinen.

Zirka 100 Jahre nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus wurden die ersten spanischen Siedlungen im Süden des neuen Kontinents gegründet. So wurde im Jahr 1593 die Stadt Santa Fee, 1718 San Antonio im heutigen Arizona gegründet. Durch die Besiedelung durch die Spanier kamen auch Pferde und Rinder andalusischer Herkunft auf den neuen Kontinent. Durch die spätere Einwanderung der Engländer kamen auch englische Vollblutpferde auf dem neuen Kontinent. Diese zwei Pferderassen bilden den Grundstein der heute am meisten verbreiteten Pferderasse weltweit.

Bei dem 4-järigen Bürgerkrieg zwischen den Süd und Nordstaaten in den Jahren 1861-65 blieben die Nordstaaten wohl Sieger, aber der Bedarf an Fleisch im Norden war nicht mehr zu decken. Durch die inzwischen riesigen verwilderten andalusischen Rinderherden war im Süden genügend Vorrat vorhanden. So wurden Herden zusammengestellt und auf verschiedenen Routen Richtung Norden getrieben.

Diese Trails hatten allerdings nichts mit Cowboyromantik zu tun. Auch waren die Cowboys keine schiesswütigen Revolverhelden, sondern viel mehr arme, bescheidene Leute, die oft unter widrigsten Umständen 18 Stunden im Sattel sassen. Durch die Filmindustrie wurde der amerikanische Viehhirt viel später weltweit zum Helden gemacht.

Durch zu grosse Verluste an Tieren während der Trails wurden die Trails nach ca. 20 Jahren wieder eingestellt. Dadurch wurden die Cowboys nicht etwa Arbeitslos, sondern sie fanden Arbeit auf den Ranches. Nun begann das Zeitalter des Cuttings.  Oftmals musste ein krankes Tier aus der Herde geholt werden um es zu behandeln oder es mussten die jungen Kälber gefangen werden um sie mit dem Branzeichen des Besitzers zu versehen. Für diese Arbeiten war es nötig, ein bestimmtes Tier ohne viel Hektik aus der Herde auszusondern. Das Cutting war geboren! Von dem Zeitpunkt her war unter den Cowboys der Ehrgeiz gross sich als elegantester 'Cutter' hervor zu tun. Die besten Cowboys waren verehrt und hoch angesehen.

 

Cutting Sport

 

Die spärliche Freizeit verbrachten die Cowboys oftmals auch auf dem Rücken ihrer Pferde. So entstanden anfänglich Pferderennen, wobei sich eine Mischung von andalusischen Pferden gekreuzt mit englischen Vollblutpferden bei den viertel Meilen Rennen besonders hervortaten. Der Grundstein der heutigen «Quarterhorse» Rasse war gelegt.

Später wurden die Freizeitanlässe durch verschiedene Geschicklichkeitsanlässe erweitert. So entstanden in den Jahren immer weitere Anlässe und wurden schlussendlich zu grossen, doch heute stattfindenden Wettkämpfen mit verschiedensten Disziplinen ausgebaut. Inzwischen haben sich viele Vereinigungen rund um den Erdball dem Westernreitsport verschrieben und pflegen und organisieren Ausbildung, Anlässe und stehen für Weiterentwicklung des Westernreitsportes.

 

Der Wettkampf

Die Aufgabe des Cuttingreiters besteht darin, ein Rind von der Herde abzusondern und ihm den Weg zu Herde zurück abzuschneiden (cut).

Hierfür hat der Reiter zweineinhalb Minuten Zeit. In dieser Zeit darf er soviele Rinder aus der Herde holen wie er will. In der Regel sind es 2-4 Rinder. Dem Cutter stehen 2 «Herdholder» bei der Herde und 2 «Turnbacks» im Cuttingbereich zur Seite. Diese «Helfer» versuchen dem Cutter möglichst optimale Unterstüzung zu geben, damit er so viele schöne Aktionen wie möglich zu zeigen vermag.

Der go beginnt auf Zeichen des Richters, welcher auch die laufende Zeit überwacht.

Der Cutter kann, wenn er der Meinung ist das sein Pferd seine Leistung mit diesem Rind nicht unter Beweis stellen kann jederzeit den go abbrechen (quitten) um dann schnellstmöglich ein nächstes Tier aus der Herde auszulösen.

Ein quitten kann z.B. erfolgen wenn sich ein Rind träge verhält, oder ein Rind so flink agiert das Reiter und Pferd Gefahr laufen das Rind zu verlieren.

Mindestens einmal pro go muss der Reiter tief in die Herde eindringen (deep out). Manche Richter sehen es gerne wenn dabei zwei drittel der Herde ausgelöst werden, auf jeden Fall soll ein grosser Teil der Herde «aufgewühl» werden. Der Richter beurteilt wie sich Pferd und Reiter den Weg in die Herde bahnen. Wird ein solcher deep out unterlassen, werden 3 Strafpunkte erteilt.

Um Pluspunkte zu erhalten, sollte das auserwählte Rind in der Mitte der Arena, möglichst direkt vor dem Richter gearbeitet werden.

Kann das Pferd das Rind nicht vollständig kontrollieren, verliert es den Arbeitsvorteil und das Rind rennt von Zaun zu Zaun (Fence to Fence). In diesem Fall muss der Cutter mit einem Punkt abzug pro verspätete Wendung rechnen.

Läuft ein Rind gar hinter die Marker die hinter der Herde angebracht sind (back fence) zurück, werden dem Cutter 3 Punkte in Abzug gebracht.

Ein go beginnt immer mit der Punktezahl 70. Nach den zweieinhalb Minuten werden Plus- und Minuspunkte mitverrechnet. Normalerweise wird eine Punktzahl zwischen 60 und 80 erreicht. Erhält ein Cutter mehr als 10 Punkte Minus, wird automatisch die Mindestpunktzahl von 60 vergeben.

 

Die Bewertung

Die Bewertung eines Laufs (go) in der Cuttingdisziplin ist nicht einfach. Da jeder go individuel verläuft, sehr rasche Aktionen stattfinden und nicht nur das Verhalten des Pferdes sondern auch jenes des Rindes unvorhersehbar ist. Die gerechte Bewertung von Pferden die an unterschiedlichen Rindern arbeiten ist schwierig. Daher liegt eine grosse Verantwortung beim Richter, um die go's fair zu richten. Durch kluges Verhalten, durch das 'lesen' der Rinder und durch gezielte Vorbereitungen kann jeder Cutter sehr viel zu einer guten Plazierung beitragen.

 

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